Contact Improvisation


Was ist Contact Improvisation?

Contact Improvisation ist eine Tanzform, bei der zwei Tanzende einen gemeinsamen Kontaktpunkt finden und sich beginnen mit diesem Kontaktpunkt durch den Raum zu bewegen. Sie kommunizieren über die Berührung miteinander, beide führen und folgen, beide geben Impulse. Dabei lehnen sich die Tänzer*innen aneinander, rollen umeinander, spielen mit der Schwerkraft und ihrem geteilten Gleichgewicht.

 

"Begegnung findet im Raum zwischen uns statt." (Martin Buber)

 

Je vertrauter die Tanzenden mit diesem Prinzip und miteinander werden, desto mehr können sie die Unterstützung des Bodens und einander für ihre Bewegungen nutzen und Bewegungen finden, die allein gar nicht möglich wären. Der Tanz kann alles sein: langsam und schnell, wild und sanft, akrobatisch und verspielt...

 

"Contact Improvisation ist die Schönheit der natürlichen Bewegung." (Curt Siddall)

  

Forschendes Tanzen

Die Tänzer*innen der Contact Improvisation erforschen ihre gemeinsamen Bewegungsmöglichkeiten und erfinden ihren Tanz jeden Moment neu. Dabei leiten Fragen wie folgende ihre Bewegungen:

  • Wie kann ich die Schwerkraft für meine Bewegung nutzen?
  • Wie gebe ich Gewicht in den Boden ab?
  • Was passiert, wenn wir uns berühren und aneinander lehnen?
  • Wie können wir uns gemeinsam durch den Raum bewegen?
  • Welche Bewegungsmöglichkeiten entstehen durch das Miteinander?

"Contact Improvisation zu praktizieren ist Bewegungsstudium durch Bewusstheit und Bewusstheitsstudium durch Bewegung." (Curt Siddall)

 

Der Ursprung der Contact Improvisation

Contact Improvisation (CI) ist eine Form des zeitgenössischen Tanzes, die in den frühen 70er Jahren entstanden ist. Das ursprüngliche Anliegen der Tänzer*innen war die Befreiung vom Diktat der Choreograph*innen hinzu eigenem Forschen und eigenverantwortlichem Handeln. Steve Paxton, Nancy Stark Smith, Daniel Lepkoff u.a. experimentierten mit den physikalischen Kräften wie Schwerkraft, Schwung und Impuls und ihrer Wirkung auf die Tanzenden. Sie trainierten ihre Wahrnehmung und versuchten mit ihren Körperreflexen zu arbeiten anstelle der angelernten Tanzbewegungen. Auch Alltagsbewegungen, wie Gehen und Stehen, wurden in die Tänze integriert.

 

"Wir arbeiteten vom Inneren her, damit wir herausfinden konnten, was möglich war, anstatt herauszufinden, was schön aussah." (Nancy Stark Smith)

 

Einen Überblick über Contact Improvisation Events in Wien gibt es hier.

 


Was Teilnehmer*innen sagen...


Ines Ingerle

Chefredakteurin

"Claudia öffnet in jeder ihrer Stunden einen sicheren, wohligen und vertrauensvollen Raum, in dem sich die Teilnehmer*innen fallen lassen und auf die eigenen Prozesse einlassen können. Authentisch, natürlich und freudvoll lebt Claudia das vor, was sie vermittelt und ermöglich es so, dass jede*r für sich individuell das wählen kann, was er oder sie gerade braucht. Mit viel Feingefühl, aufmerksam und dabei angenehm entspannt ist Claudia in einer Weise präsent, die viel Platz lässt für das, was gerade ist. Alles kann, nichts muss. So können die Teilnehmer*innen vollkommen gelassen einfach sein: forschend, staunend, lachend und weinend, laut und leise, aktiv und ruhend - alles ist willkommen."



"Du kreierst einen Raum, in dem ich nicht nachdenken muss und einfach machen kann und probieren kann. Und auch wenn immer wieder Gedanken aufkommen, konnte ich sie bald wieder abschütteln oder wegatmen. Ich habe die Sicherheit, egal was vorher war, dass es mir nach meiner Dienstagseinheit bei dir gut gehen wird.

 

Ich merk einfach, dass ich durch den Körperkontakt, das Tanzen und Feldenkrais meinen Körper und mein Selbst aus ganz unterschiedlichen Perspektiven gleichzeitig kennenlerne. Eben einerseits dieses, was braucht mein Körper gerade, im Sinne von, was will ich schütteln, strecken, etc. aber auch so Sachen wie, wie viel Distanz oder Nähe brauche ich gerade von anderen Personen, was ist mir angenehm oder unangenehm, was fällt mir leicht oder schwer und warum fällt mir was vielleicht schwer.

 

Um was es wirklich geht ist selber darüber nachzudenken, was ich brauche und was ich will. Um diese Achtsamkeit und dieses subjektive Körperbewusstsein zu entwickeln machst du richtig viel. „Was brauchst du gerade?“ ist eine Frage, die diesen Dienstagabend ganz stark bestimmt hat. Ich find´s einfach unglaublich toll und bereichernd, wenn man sich einmal pro Woche, ganz bewusst mehrmals die Frage stellt und stellen lasst, Was brauche ich denn gerade? Dadurch ist die Frage auch generell präsenter geworden für mich. Wenn ich mich unwohl fühle, frag ich mich jetzt viel öfter: Was brauche ich denn gerade? Und ich schaff´s schon besser darauf zu hören und zu achten."

Bernadette Hofer-Bonfim

Projektmitarbeiterin



Tim Pätz

Physiker

"Ich komme in Claudias Kurse, weil ich mich danach einfach ein bisschen besser fühle als vorher und weil ich ein bisschen mehr über mich weiß als vorher. Claudia kreiert eine angenehme Atmosphäre, in der man sich wohlfühlen kann bzw. in der man zu spüren lernt, was zu tun ist, damit man sich wohlfühlt. Denn darum geht es: In seinen Körper hineinzufühlen und zu erspüren, was man braucht und was einem guttut, aber eben auch zu erkennen was man im Moment gerade nicht braucht.

 

Beim Tanzen geht es sehr viel um das Spiel zwischen Nähe und Distanz. Neben dem Tanzen an sich, das befreiend, erkundend und spielerisch sein kann, oder bei dem ich mich einfach mal austoben kann, steht das miteinander im Mittelpunkt. Dabei ist es super spannend sich selbst zu beobachten wie man selbst reagiert auf Nähe und Distanz zu unterschiedlichen Personen an unterschiedlichen Tagen in unterschiedlichen Grundstimmungen, die man in den Kurs mitbringt. Claudia spielt bei diesem Prozess die Dirigentin, die einfühlsam das hinzugibt, was es braucht, und trotzdem jedem einzelnen den Freiraum lässt, den er benötigt.

 

In Claudias Kursen lerne ich das eigene Wohlbefinden in die Tat umzusetzen, etwas, das im Alltag oft zurückstehen muss. Dadurch steigern ihre Kurse auch das Bewusstsein für etwas ganz wichtiges im Alltag: Mich selbst."